Eine komplette und übersichtliche Darstellung der Möglichkeiten der computertomographischen Untersuchung der Zähne und der Kiefer finden Sie auch in dem Artikel von Dr. Sommer:
Dental CT: Pathological Findings in the Teeth and Jaws
in dem Buch: Medical Radiology, Diagnostic Imaging, Multislice CT, 3rd Revised Edition 2009, Springer Verlag.
In den letzten Jahren haben sich zunehmend folgende Themen in der Kiefer- und Zahndiagnostik herauskristallisiert:
1. Implantatplanung
Die CT liefert präzise Volumenbeurteilungen des Ober- und Unterkiefers und stellt damit die beste Planungsbasis für eine optimale Implantatauswahl als auch deren Positionierung dar. Bei kritischem Knochensubstanzverlust erlaubt die CT am sichersten eine Entscheidung , ob noch Implantate zuverlässig gesetzt werden können, oder ob zuvor eine Operation mit entsprechendem Knochenaufbau erforderlich ist.
Am Unterkiefer zeigt die CT den Abstand zum Nervenkanal und liefert somit eine höhere Sicherheit der Nervenschonung.
| Beispiel 1 |
Beispiel 2 |
| CT Kiefer ohne Planungsprothese zur Knochenvolumenbestimmung |
CT Kiefer mit einer Planungsprothese mit Guttapercha-Markierungsbohrungen |
Die gewünschte Implantatposition ist durch eine Markierung gekennzeichnet Hierdurch ist eine optimale Übereinstimmung der gewünschten mit der tatsächlichen Lokalisation am entsprechenden Kieferabschnitt garantiert.
Beispiel 3
![]()
CT mit Planungsprothese mit Titanröhrchenmarkierung
2. CT vor Entfernung von Weisheitszähnen am Unterkiefer
Häufig ist in herkömmlichen Röntgenaufnahmen die Lagebeziehung zwischen Weisheitszahnwurzeln und dem Nervenkanal unklar. Die CT kann hierbei genau den Verlauf des Nervenkanals im Verhältnis zu den Zahnwurzeln aufzeigen und vermindert das Risiko einer Nervenverletzung
| Beispiel: |
|
| Verlagerte Weisheitszähne beidseits. Der Nervenkanal verläuft in Projektion auf beide Weisheitszähne |
CT retinierter Weisheitszahn und Nervenkanal |
Am linken Unterkiefer verläuft der Nervenkanal zwischen den Wurzeln hindurch. Dies bedeutet ein höheres Verletzungsrisiko des Nerven. Dieses Verletzungsrisiko wird durch die Kenntnis des genauen Verlaufs deutlich vermindert.
Der Nervenverlauf ist beidseits durch Pfeile markiert.
3. CT bei Zahnentwicklungsstörungen als kieferorthopädische Entscheidungshilfen
| Beispiel |
Beispiel |
| Unterkieferasymmetrie | Entwicklungsstörung der Eckzähne |
4. CT bei unklaren Röntgenbefunden (Zysten, Verdichtungen, Tumoren)
| Beispiel |
Beispiel |
| Keratozyste | Abgebrochener Wurzelspitzenrest nach Zahnextraktion. Vermutet wurde nach dem Röntgenbild ein Speichelstein |