MR-Tomographie des Prostatakarzinoms
in der Fachzeitschrift Der Radiologe (Band 43, Heft 6/2003, S.464–473)
Die Autorengruppe Prof. Dr. A. Heuck, PD Dr. J. Scheidler, Dr. B. Sommer und cand. med. A. Graser vom Radiologischen Zentrum München-Pasing sowie PD Dr. U. G. Müller-Lisse von der Universität München und PD Dr. J. Maßmann von der Gemeinschaftspraxis Pathologie in München geben in ihrem Artikel eine Übersicht über den aktuellen Stand der MR-Tomographie (Kernspintomographie) zur Abklärung der Frage eines Prostatakarzinoms.
Das Prostatakarzinom (PC) ist mittlerweile die häufigste bösartige Tumorerkrankung des Mannes. Einer genauen Diagnostik des PC kommt wegen den verbesserten, stadienbezogenen Therapiemöglichkeiten eine große Bedeutung zu. Dabei spielen bildgebende Verfahren bei klinisch (d.h. durch Tastbefund und PSA-Wert) oft unzureichend diagnostizierbaren Fällen eine wesentliche Rolle für die therapierelevante Abklärung.
Die hochauflösende MR-Untersuchung mit einer Kombination von Endorektal- und Phased-Array-Spulen ist dabei anderen bildgebenden Verfahren wie dem TRUS (transrektalen Ultraschall) oder der CT (Computertomographie) sowohl in der Erkennung und Lokalisation von Tumoren, als auch bei der Einschätzung des Tumorstadiums überlegen. Neben dem Einsatz einer hochauflösenden Technik unter Verwendung einer Kombination von Meßspulen einschließlich Endorektalspule ist der Einsatz spezieller multiplanarer Meßsequenzen erforderlich.
Die im Radiologischen Zentrum München-Pasing erzielten Ergebnisse für die Beurteilung des Tumorstadiums mit dieser speziellen MR-Technik ergaben eine Treffsicherheit von 87 % (Sensitivität 91 %, Spezifität 83 %) für die Beurteilung eines kapselüberschreitenden Wachstums und eine Treffsicherheit von 89 % (Sensitivität 86 %, Spezifität 93 %) für die Erkennung einer Samenblaseninfiltration. Diese Ergebnisse liegen im oberen Level der in der Weltliteratur mitgeteilten Resultate mit Treffsicherheiten von 82 - 88 % (Sensitivitäten 80 - 95 %, Spezifitäten 82 - 93 %).
Die Autoren stellen die typischen stadienbezogenen Befunde des Prostatakarzinom in der MRT dar. Darüber hinaus werden die wichtigsten differentialdiagnostischen Probleme wie chronische Prostatitis, biopsiebedingte Einblutung und therapiebedingte Strukturveränderungen der Prostata besprochen.
Abschließend werden in dem Artikel die aktuellen diagnostischen Möglichkeiten und Grenzen der MR-Spektroskopie der Prostata diskutiert.
Quelle: A. Heuck, J. Scheidler, B. Sommer, A. Graser, U.G. Müller-Lisse, J. Maßmann: MR-Tomographie des Prostatakarzinoms. Radiologe (2003) 43: 464 - 473